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5 Tipps für den Antrag der ketogenen Diät bei eurer Krankenkasse

Als ich von meiner Keto-Schulung aus der Epilepsieklinik zurückkam, war ich motiviert und begeistert. Ich hatte verstanden wie das mit dem Ausrechnen der Nährstoffe funktioniert und die Mahlzeiten schmeckten auch lecker. Dann stand ich auf einmal vor der Aufgabe die benötigten Diätetika, wie die MCT Öle und weitere MCT Produkte sowie die Messstreifen für das Messen der Ketose im Blut, bei der Krankenkasse zu beantragen. Um die Kosten nicht alleine tragen zu müssen, nahm ich dies in Angriff, da ich ja aus medizinischer und ärztlicher Sicht das Anrecht dafür hatte. Wie bei fast alle spezielle Therapieverfahren, musste ich zum Medizinischen Dienst. Die Ergebnisse kommen natürlich immer auf die jeweilige Krankenkasse und die jeweiligen Personen an - manche sind großzügiger, andere genauer. Daher kann ich euch leider keine einheitliche Wunderkrankenkassenempfehlung geben. 
Aber ich kann euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die ihr vorab und während der Antragstellung beachten könnt, um leichter und stressfreier durch den ganzen Prozess zu kommen. 
 

1. Ausführlicher Antrag eurer Spezialklinik

Das wichtigste ist wirklich ein ausführlicher Antrag eurer Spezialklinik /Neurologen/Facharztes mit ausdrücklichen Indikationen zu eurem Krankheitsbild und den dazugehörigen Paragraphen.
Wenn ihr das ganze ohne einen Spezialisten an eurer Seite durchzieht, dann zieht euch bitte je nach eurem Krankheitsbild (ob Stoffwechselstörung, Epilepsie, etc. ) bezüglich der ketogenen Diät, eine oder mehrere relevante Studien aus dem Internet und legt sie eurem behandelten Arzt vor, der dies dann als Grundlage nehmen kann, um einen Antrag zu formulieren. 

2. Informationsformulare über die Produkte

Besorgt Euch von Eurer Diätassistentin, falls ihr schon eine habt, die nötigen Informationsformulare über die Produkte, die ihr auf Kassenrezept verschrieben bekommen wollt. In diesen stehen eindeutig nochmals die Indikationen, also die Erkrankungen drinnen, bei denen, man es verschrieben bekommen kann. 

3. Rechtsschutzversicherung

Wer eine Rechtsschutzversicherung hat ist klar im Vorteil, aber glaubt mir, jeder hat das Recht auf einen Anwalt und es ist keine Schande, sich in diesem Fall einen hinzuzuziehen, wenn nach den üblichen 5 Wochen Bearbeitungsfrist der Krankenkasse die Ablehnung kommt.
Dann solltet ihr sofort einen vorläufigen Widerspruch einlegen und darauf hinweisen, dass die Gründe noch folgen. Wenn ihr gewinnt, muss die Krankenkasse den Anwalt bezahlen. Meine Erfahrung ist tatsächlich, dass oft erst dann etwas richtig funktioniert, wenn anwaltlich Druck ausgeübt wurde, jedenfalls bei den komplexen Fällen, wie bei der ketogenen Diät. 

4. Abgrenzung von Trend-Phänomen

Weißt bitte auch darauf hin, dass die MAD, die modifizierte Atkins Diät NICHT eine Diät wie die Atkins Diät zum Abnehmen ist.
Am besten, das wird direkt im Antrag ausdrücklich mit erklärt. 

5. Vorkasse auf Privatrezept

Und noch ganz wichtig! Wenn ihr die ganzen Diätetika in Vorkasse übernehmen könnt und wollt, dann lasst sie euch auf Privatrezept verordnen, damit ihr sie danach von der Krankenkasse auch rückwirkend zurückfordern könnt. Daher solltet ihr alle Rechnungen und Quittungen sorgfältig aufbewahren.

Ich habe tatsächlich ein halbes Jahr gebraucht, bis meine Genehmigung für ein Jahr durch war. Rückwirkend habe ich alles zurückbekommen und es lohnt sich zusätzlich einen Antrag auf Befreiung der Zusatzzahlungen bei der Krankenkasse zu stellen.
Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich so gewesen bin, aber auch dass meine Anwältin mir meinen Rücken gestärkt hat. Als eine Erwachsene mit einer pharmakoresistenten Epilepsie stand mir die Ketogene Diät definitiv zu, die Bewilligung meiner Krankenkasse ließ jedoch ziemlich auf sich warten. Bei anderen Krankenkassen wäre das evtl. anders abgelaufen. 
Also geht das Ganze mit offenen Herzen und vollem Vertrauen an und lasst Euch nicht unterkriegen. Kämpft für euch und eure Gesundheit!

Eure Andrea
#KetoBuddy

 

Hinweis: Dieser Artikel dient rein informativen Zwecken und ersetzen keines Falls eine individuelle medizinische und diätetische Beratung.

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