Direkt zum Inhalt

Klinikaufenthalt und Vorbereitung von Susanne

Klinikaufenthalt und Vorbereitung

Als ich dieses Thema von der Redaktion bekommen habe, war mein erster Gedanke, oh ein schwieriges Thema. Zum einen, weil ich einen Klinikaufenthalt außer bei der Geburt meiner Kinder, selten als ein positives Ereignis empfunden habe. Und weil es immer mit Sorgen und Ängsten verbunden ist.

Mein zweiter Gedanke war allerdings, nein das ist ein gutes Thema, denn als ketogen lebender Patient stellt ein Krankenhausaufenthalt mich und auch meine Familie immer vor eine ganze Reihe von Herausforderungen.

Ich bin eine examinierte Krankenschwester mit 25 Jahren Berufserfahrung, das bedeutet, dass ich mit dem Klinikalltag und allen Abläufen im Krankenhaus bestens vertraut bin. Man sollte also meinen, dass ich keine Schwierigkeiten haben sollte mich in den Stationsablauf zu integrieren. Leider ist aber das genau der Fall. Seit ich 2015 meinen ersten Krampfanfall hatte war ich in den Folgejahren 43-mal im Krankenhaus, immer auf Grund von Anfallsserien oder der daraus resultierenden Verletzungen. Im Rückblick eine gruselige Zeit. Nach einer Anfallsserie bin ich immer relativ lange bewusstlos gewesen und anschließend häufig verwirrt. Selbst wenn ich mir keine Verletzungen zugezogen hatte, tat mir mein gesamter Körper weh. Mir schmerzten Muskeln von derer Existenz ich nicht gewusst hatte und meine Psyche war meistens schwer angeschlagen. Kurz gesagt, ich wollte einfach meine Ruhe haben und am liebsten schlafen. Zusätzlich hatte ich immer große Probleme mit den Nebenwirkungen der verabreichten Medikamente.

Heute rückblickend bin ich so froh, dass ich mich 2016 für den ketogenen Weg endschieden habe. Sicherlich hat es eine gewisse Zeit gedauert bis ich tatsächlich anfallsfrei war. Und gerade zu anfangs war der Weg etwas holperig, aber ich würde ihn jeder Zeit wieder gehen.

Ich überlege gerade wie lange ich jetzt schon medikamenten- und anfallsfrei bin – und ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Dieses gesamte Thema Epilepsie ist so weit weg von mir, dass ich kaum noch daran denke. Und das alles Dank der ketogenen Ernährungstherapie. Ich schreibe diesen Beitrag, um jeden anderen der sich für diesen Weg entschieden hat Mut zu machen. Bleibt bei Eurem Weg, auch wenn Ihr noch auf der holperigen Strecke seid. Es lohnt sich.

Ich habe oft von Ärzten zu hören bekommen, die ketogene Diät sei alles Quatsch und wissenschaftlich nicht fundiert. Oft fehlten mir die Argumente, weil ich ja wegen Krämpfen aufgenommen wurde. Aber Fakt war schon damals, dass sich die Häufigkeit und Stärke meiner Anfälle deutlich reduziert hatte. Ich besitze einen Arztbrief in dem als Diagnose eine Essstörung wegen übertriebener ketogenen Ernährung aufgeführt ist. In demselben Brief empfiehlt mir dieser Arzt, ein Chefarzt der Neurologie, ich solle Pommes mit Schnitzel essen dann würde ich auch wieder gesund. Mit einem bisschen Abstand lese ich diesen Brief mit Humor, damals hat er mich sehr verärgert. Grundsätzlich vertrete ich die Meinung, dass mir ein Arzt etwas raten darf, und wenn es gut ist, probiere ich es auch gerne aus, aber er kann mir nichts „befehlen“. Und gerade was die ketogene Therapie betrifft, bin ich kompromisslos und stelle mich, wenn es nötig ist auch in den Gegenwind. Denn ich bin der beste Beweis das es wirkt.

Das ist die eine Seite eines Krankenhausaufenthaltes, die andere ist die Versorgung mit Lebensmitteln.

Bis auf die spezialisierten Stoffwechselzentren, ist eigentlich kein Krankenhaus in der Lage einen ketogen lebenden Patienten zu versorgen. Das bedeutet lasst euch eure Essen von zu Hause bringen. Auch wenn es dann dreimal am Tag Brot gibt, egal, ist ja nicht für lange.

Wenn der Aufenthalt geplant ist, kann man schon im Vorfeld mit der Pflege oder der Diätassistentin sprechen und eventuell einen Kühlschrank auf das Zimmer bekommen. Das erleichtert die Sache doch sehr.

Als ich noch häufig gekrampft habe, hatte ich eine Kliniktasche, in der sich die nötigsten Dinge für den ersten Tag befanden. In dieser Tasche waren auch immer einige Beutel KetoBiota, sowie ein Messbecher. Damit konnte ich schon mal über den ersten Tag kommen.

Ganz wichtig ist gerade bei den ungeplanten Aufenthalten, ein Notfallausweis. In meinem Ausweis stehen wichtige Verhaltenshinweise für den Arzt, meine Medikation sowie die Kontaktdaten von meinem Stoffwechselzentrum. Es mir schon passiert das mir in der Ambulanz, während der Bewusstlosigkeit, aufgrund meines niedrigen Blutzuckers eine Glukoseinfusion angehängt wurde. Was danach kam, war nicht schön.

Bei geplanten Operationen oder Untersuchungen, vor allem die, die mit Narkose oder Medikamentengabe durchgeführt werden, finde ich es ganz wichtig, dass eine Pflegekraft mit meinem Ketose-Messgerät umgehen kann und auch weiß, was unternommen werden muss, wenn der Wert nicht Normwertig ist. Auch in diesem Fall hat sich das KetoBiota durch seine einfache Zubereitung als sehr nützliches Hilfsmittel bewehrt.

Abschließend möchte ich euch Mut machen auf eurem Weg zu bleiben. Sicher ist ein Krankenhausaufenthalt belastend, aber auch der geht vorüber. Und wenn Euch jemand von Eurem ketogenen Weg abbringen möchte, lasst Ihn reden.

Bis bald Eure,

Susanne

Inhaltsverzeichnis
Wir sind für Sie da
Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu den Kanso Produkten? Dann kontaktieren Sie uns am besten per
E-Mail (info@kanso.com) oder unter der kostenlosen Infonummer
Mo-Fr: 9.00 - 17.00
Aus Österreich: 0800 500 144
Deutschland
0800 153 153 3