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Auf geht’s in den Kindergarten!

Elisabeth hat schon vor dem Kindergartenstart mit der ketogenen Diät begonnen. Die Umsetzung der Diät im Kindergarten hat mich daher schon im Vorfeld beschäftigt.

Natürlich hatte ich einige Ängste, denn zum ersten Mal würde ich selbst nicht direkt dabei sein können, um zu sehen, ob die Durchführung der Diät so umsetzbar ist, wie vorgeschrieben. Die Sorge vor Diätfehlern bei der „Fremdversorgung“ war groß. Das Vertrauen an das Kindergartenpersonal musste sich ja erst einmal bewähren. Das ist sehr wichtig, da bei Diätfehlern immer die wiederkehrende Gefahr von Anfällen besteht.

So viele Fragen hatte ich im Kopf: Was gebe ich Elisabeth zu Essen mit? Wird sie es überhaupt mögen? Kann sie akzeptieren, dass sie anderes Essen als alle anderen bekommt? Wie löse ich das Problem von Transport und Kühlung? Meine Hauptsorge jedoch war: Wie kann ich gewährleisten, dass Elisabeth auch wirklich alles korrekt isst?

Das Loslassen bei einem Kindergartenkind ist ja ohnehin nicht gerade einfach. Ab jetzt würde Elisabeth, wie jedes Kind in ihrem Alter, einen Teil ihres Weges selbst bestreiten, nur eben mit viel mehr Unterstützung, vor allem in Hinblick auf das Essen. Gott sei Dank hatte ich bereits nach der ersten Besichtigung des Kindergartens einen sehr guten Eindruck und großes Vertrauen in das Personal. Das war anfangs sehr erleichternd und darauf konnte ich aufbauen. So habe ich dort einfach kurzum eine kleine „Schulung“ veranstaltet.

Mir war wichtig, dass alle Erzieher etwas über die grundlegenden Dinge der ketogenen Diät gehört haben und sich notfalls bis zu einem gewissen Grad zurechtfinden können – auch für den Fall der Fälle, wenn ich einmal nicht erreichbar sein sollte.

 Deswegen hinterlegte ich im Kindergarten einen kleinen Ketoleitfaden mit folgendem Inhalt:

  • Warum wird die Diät bei Elisabeth durchgeführt bzw. was ist der Hintergrund?
  • Warum ist die exakte Einhaltung der vorgegebenen Mahlzeiten so wichtig?  
  • Informationen zur Durchführung der ketogenen Diät bei Elisabeth
  • Essensbeispiele und generelles Vorgehen
  • Medizinisches zur Diät und Medikamente
  • Blutzucker und Keton-Messung; Notfallzucker, Notfallausweis
  • Beschreibung der epileptischen Anfälle

Wir hatten viel Glück. Unser Kindergartenpersonal ist in meinen Augen Weltklasse: Mein Leitfaden wurde umgehend an alle verteilt und so wusste jeder von Anfang an Bescheid. Dieses Vorgehen kann ich allen empfehlen, da es allen Beteiligten ein Stück Sicherheit gibt.

Zusätzlich habe ich anfangs die Gerichte immer morgens mit einer Erzieherin besprochen, um auftretende Fragen klären zu können.  Hin und wieder mache ich das auch heute noch – aber meistens nur noch bei Neuerungen innerhalb der Diät.

Das hat folgende Gründe: Zum einem gestalte ich die Gerichte mittlerweile möglichst immer so, dass die Mengenverhältnisse bestenfalls aufeinander abgestimmt sind, sodass es nicht viel zu beachten gibt. Zum anderen sind die Erzieherinnen mittlerweile so fit, dass sie schon selbst wissen, auf was es bei den entsprechenden Menüs ankommt (z.B. Fett zuerst oder immer mehr Fett als Kohlenhydrate und Eiweiß). Das klappt echt super. Zusätzlich haben wir eine Vereinbarung getroffen: Sollten dennoch Fragen oder Unsicherheiten im Alltag auftreten, so werde ich umgehend kontaktiert und gefragt, vollkommen egal wie „banal“ die Frage letztendlich ist. Lieber werde ich zu oft gefragt, als einmal zu wenig. Falsche Scham oder Zurückhaltung darf es bei diesem Thema nicht geben, denn für Elisabeth ist die Diät ein richtiges Medikament zur Kontrolle ihrer Anfälle, zumindest meiner Meinung nach. Ich habe sogar ein zweites Messgerät im Kindergarten hinterlegt, so dass die Erzieherinnen im Notfall Elisabeths Werte checken können und mich informieren können, wenn es Auffälligkeiten oder andere Zwischenfälle geben sollte. Solch ein Zwischenfall ist aber „toi toi toi“ noch nie vorgekommen.

Alle achten streng darauf, wofür ich sehr dankbar bin, dass die Mahlzeiten entsprechend korrekt und vollständig von Elisabeth gegessen werden. Phänomenal finde ich, dass sogar die anderen Kinder informiert wurden und nun Bescheid wissen, dass Elisabeth nur von zu Hause mitgebrachtes Essen zu sich nehmen darf. Ich finde das klasse!

Ganz so einfach ist es aber nicht immer. Manche Dinge sind einfach nicht im Vorfeld auszuschließen oder einfach bestimmbar. Als Beispiel nenne ich euch eine kleine Stolperstelle: Im Garten des Kindergartens gibt es Fallobst, welches für Elisabeth ein Problem darstellen könnte. Dieses Beispiel zeigt euch ganz deutlich, wie viele Fallstricke und Feinheiten bei einer strikten ketogenen Diät zu beachten sind. Es gilt stets, kleine lauernde „Alltagsfallen“ zu erkennen und damit umzugehen.

 

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